Tarifvertrag ig bau 2018 gehalt

Sektorale Vereinbarungen können nun verlängert werden, wenn die Verlängerung “im öffentlichen Interesse” liegt; zuvor mussten sie mindestens 50 % der sektoralen Beschäftigten abdecken, um für eine Verlängerung in Frage zu kommen. Trotzdem ging die Zahl der Neuzugänge 2016 auf 444 zurück. Es gibt keine anderen freiwilligen Mechanismen der Verlängerung/Anwendung der Tarifbedingungen. In vielen Branchen haben Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände eine gemeinsame Streitbeilegungsvereinbarung (Schlichtungsvereinbarung) geschlossen. Solche Abwicklungsvereinbarungen legen in der Regel fest, wann die Friedensverpflichtung ausläuft und eine Gewerkschaft daher einen offiziellen Streik ausrufen kann. Sollten die Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag zu keinem Ergebnis führen, können die Tarifparteien das vereinbarte gemeinsame Streitbeilegungsverfahren (Schlichtung) anwenden, um den Ausbruch von Arbeitskampfmaßnahmen zu verhindern. Das Verfahren muss nicht zu einem Kompromiss führen, sondern kann lediglich eine Mediation bewirken. Es gibt kein gesetzliches Mediations- oder Schiedsverfahren. Am 11. Juli 2017 hat das Bundesverfassungsgericht sein Urteil zur Beschwerde der Gewerkschaften vorgelegt.

Das Gericht entschied, dass das Kollektivvertragseinheitsgesetz “im Großen und Ganzen” verfassungsgemäß sei. Die Richter erkannten das Recht der Bundesrepublik an, einen Rahmen für faire Tarifverhandlungen zu schaffen, die Beziehungen zwischen den Teilnehmern zu regeln und zu versuchen, Reibungen im System zu reduzieren. Die Richter erklärten, dass das Grundgesetz (in Artikel 9, Abschnitt 3) die Koalitionsfreiheit und auch das Streikrecht für einen Tarifvertrag schütze. Dieses Grundrecht enthielt jedoch nicht das absolute Recht, Schlüsselpositionen und Blockademacht zu nutzen, um die eigenen Interessen einer Organisation um jeden Preis zu verfolgen. Zudem garantiere das Grundgesetz nicht den Status quo bestehender Koalitionen. Auch Gesamtmetall-Chef Rainer Dulger begrüßte die Entscheidung des Gerichts und erklärte, dass die tariflichen Tarifverhandlungen in Deutschland ohne Tarifeinheit nutzlos seien. Wenn es Letzteres nicht gäbe, könnten die Gewerkschaften jederzeit Arbeitskampfmaßnahmen ergreifen, auch dort, wo bereits ein Tarifvertrag bestand, wodurch die Betriebe gelähmt würden. Nach Artikel 4 des Tarifvertragsgesetzes bleiben Tarifverträge bis zum Abschluss eines neuen Tarifvertrags gültig. Arbeitnehmer, die nach Beendigung des Tarifvertrags und vor der Beilegung eines neuen Tarifvertrags eingestellt wurden, fallen nicht unter den ausgelaufenen Tarifvertrag. Auf nationaler Ebene setzt sich die IG BAU gegen das geplante Renteneintrittsalter von 67 Jahren (statt 65) ein. Die IG BAU ist auch auf europäischer Ebene sehr aktiv und drängt auf eine allgemeine Reform der allgemeinen Verträge der Europäischen Union mit dem Ziel, die Rechte der Arbeitnehmer auf europäischer Ebene zu garantieren.